Sexualtherapie

Ein zufriedenes Sexualleben ist immer ein Ausdruck intensiver Partnerschaft und Lebensfreude. Was aber ist, wenn genau dies nicht mehr stimmig ist? Hier kann eine Sexualtherapie helfen.

Sexualtherapie

Ziemlich häufig höre ich von unglücklichen Partnerinnen : „Mein Mann geht fremd! Was soll ich nur tun ? Was habe ich falsch gemacht ? Wie gewinne ich ihn zurück?“ Oder auch von Paaren : „Wir sind am Ende miteinander“.

Ein verzweifelter Partner beklagt : „Meine Frau will nicht mehr mit mir schlafen.“

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Und ein anderer Klient leidet darunter , dass seine Partnerin ihn betrügt. „Mein Mann hat eine Andere“, erzählt mir eine unglückliche Frau. Oder ein Mann klagt : „Sie will ständig Sex!“ Bei manchen Paaren dreht sich alles beim Sex nur noch um die fruchtbaren Tage.

Ein Kinderwunsch kann zum Horrorszenario werden. Das gilt besonders, wenn einer der Partner ein Kind will. Meist ist das die Frau. “Ich will nur ein Kind, aber keinen Mann“ ist einer der klassischen Sätze. Das : „Ich will nicht mehr“ oder : „Ich habe keine Lust mehr“, spiegelt dagegen recht genau, wie instrumentalisiert sich Betroffene fühlen können.

Vertrauensverlust und ständige Eifersucht werden durch Untreue ausgelöst

Untreue und damit ein großer Vertrauensverlust und ständige Eifersucht, können aber auch Ausdruck dafür sein, dass die Partner sich nicht mehr zuhören, sich nicht mehr wahrnehmen und wertschätzen.

Sie können sich so auch nicht mehr als Paar, als ein WIR, erleben. Untreue beginnt immer zunächst im Kopf. Im Vorfeld des späteren Betruges weisen bestimmte Verhaltensweisen der Partner auf die wachsende Entfremdung hin: „Er redet nicht mit mir“ oder: „sie schweigt mich an“ sind typische Sätze, die ich in der Therapie höre. Außer über typische Alltagsprobleme, wird in vielen Partnerschaften meist nicht viel miteinander besprochen. Über intime Gefühle erst recht nicht.

Folgen von Untreue

Die Folge kann sein, dass immer weniger Gelegenheiten genutzt werden, um zärtlichen Worten und Stimmungen nachzugeben. Von ganz intimen Gesprächen,vor,während und nach dem Sex mal ganz abgesehen.

Tatsächlich aber ist das Miteinander sprechen wichtig. So wird der Beziehungsmotor und die Sexualität am laufen gehalten. Sex ohne verbindende, zärtliche oder sinnliche Worte, ist wie ein Konzert ohne Ouvertüre.

Ohne Worte verliert die Liebe zwei Drittel ihres Reizes.

Giacomo Casanova

meinte hierzu schon Giacomo Casanova. Das aber wird oftmals in Paarkrisen, gerade bei sexuellen Problemen,vernachlässigt. Mangelnde Kommunikation stört bekanntlich nicht nur alltägliche Abläufe. Stattdessen wird schnell in Online-Datings o.a.virtueller oder realer Ersatz gesucht. Man lässt sich „ BEDIENEN“.

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Untreue ist das wesentlichste Merkmal einer sich deutlich auflösenden Beziehung.

Partner sind heute zu schnell austauschbar! Gestörtes Vertrauen verhindert jedoch befriedigende und intime Nähe. Sprachlosigkeit verstärkt den Rückzug und das Auseinanderdriften von Paaren.

Krise im Bett und in der Beziehung!

Typische Streitmuster von Paaren in Endlosschleife können vernichtende Auswirkungen auf die Intimität haben. Paare die sich kontrollieren, tun dies auch meist im Bett. „Wir vertrauen uns schon lange nicht mehr“, heißt es dann. „Sie kontrolliert mich“, berichtet mir ein Partner über seine immer eifersüchtige Frau.  „Mein Mann streichelt mich nicht“, meint eine andere Klientin. Sie glaubt insgeheim, ihm eh nicht zu genügen, denn: „Er ist immer unzufrieden“.

Sex als „Leistungsanspruch“ steuert nicht wenige Paare in eine heftige Beziehungskrise. Heterosexuelle, ebenso wie homosexuelle Paare, geben dabei manchmal zu schnell auf. Es wird eher gelangweilt durchgehalten, bis die Partnerschaft zerbricht, bevorzugt wenn schon „Ersatz“ da ist.

Manches junge Paar verliert sich auch durch seine neue Elternrolle und leidet unter wachsender Lustlosigkeit. Auch Rivalitäten zwischen den Herkunftsfamilien, meist sind das die beiden konkurrierenden Großelternpaare, sind häufiger Konfliktstoff, der sich bis ins gemeinsame Bett ziehen kann.

Sehr häufig wird mir vor allem von enttäuschten, sehr hohen Zärtlichkeitserwartungen der Partner berichtet. Folge kann sein, dass Paare resigniert sagen: „ Wir schlafen nicht mehr miteinander.“ Sich also lieber entziehen, schweigen, offene Gespräche meiden, als enttäuscht zu werden…

Leidenschaft und Lust brauchen keine Perfektion!

Eine ganz individuelle, intime Paarsprache mit den ihr eigenen Koseworten oder verbalen Anreizen, die nur das Paar kennt, schafft Nähezonen. Natürlich sollte es Momente schweigender Hingabe geben. Es sind manchmal aber auch Rituale, welche Nähe sichern und erneut Lust aufeinander machen. Und hier gibt es keine Regeln und keine Tabus!

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Das analysierende Bewerten eigener und partnerschaftlicher Libido sollte allerdings zum NO GO werden. Denn das ist ziemlich zwanghaft und damit lustfeindlich ! Eine allzu kritische Selbstbeobachtung und ständige Bewertung und sich selbst zuzuschauen, lässt selten eine lustvolle Beteiligung zu.

Eine sinnlich-erotische Situation benötigt allerdings der emotionalen Vorbereitung. Sexualtherapie sollte ein Paar zum Reden über Gefühle und ihre Vorstellungen von Sex anregen, ohne etwas zu „zerreden“. Phantasien sind durchaus erwünscht und anregend. Und natürlich sollte es in intimen Gesprächen um alle bisher tabuisierten Themen gehen. Das ist aber nicht einfach.

Sexualtherapie vermittelt das Basis-Handwerkszeug!

Nun gibt es also keine Ausrede mehr, gerade wenn man sich jahrelang in einer gewissen „Bequemlichkeit“ arrangiert hat.

Es kann ungemein erleichternd sein, endlich auszusprechen, was man sich bisher vielleicht nur heimlich vom Partner wünschte. Und manches hat dabei nur entfernt mit purem Sex zu tun. Denn Sexualität ist im Prinzip oft nur ein „Nebenkriegsschauplatz“ von Paaren. Sehr oft stehen falsche oder zu hohe Erwartungen der Partner zu sehr im Mittelpunkt, was in einer Sexualtherapie zum Vorschein kommt.

Manche Konflikte werden im Bett ausgetragen.

Es wird gerade hier oft bestraft oder belohnt. Es geht im Prinzip im Bett und beim Sex leider häufiger um das Thema der Macht und leider weniger um die Hingabe. Dies gilt sowohl für heterosexuelle als auch für homosexuelle Paare. Homosexuelle Paare leiden oftmals intensiver unter großen Verlustängsten. Der „Schwulen-und Lesbenmarkt“ ist eben doch begrenzter ist als jener für heterosexuelle Paare.

Heterosexuelle Paare

Sexualtherapie mit Paaren möchte diese nicht nur wieder ins Gespräch und ins Bett bringen, sondern vorallem kreative und sinnliche Experimentierfreude anregen. Letztlich geht es darum, die Partner wieder neugierig aufeinander zu machen.

In seiner Privatsphäre experimentiert das Paar mit Übungseinheiten zur „neuen Sexualität“ als Teil der Sexualtherapie. Diese wurden in der Praxis besprochen. Gemeinsame Auswertungsgespräche zeigen im Laufe der Therapie oftmals erstaunliche Ergebnisse. Und dies funktioniert vorallem dann, wenn ein Paar seine geheimen sexuellen Phantasien wieder offen zulässt, denn:

„Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt“

Albert Einstein

In der Sexualtherapie lernt ein Paar mit dieser Problematik umzugehen. Es lernt seine eigenen, oft zu hohen Anspruchshaltungen kritisch zu betrachten. Daher geht es in einer Sexualtherapie, wie in jeder Therapie, auch um die Realitätsanpassung des Paares.

Homosexuelle Paare

Lebensalter und große Altersunterschiede bei gleichgeschlechtlichen Partnern, aber auch die Dauer und Art der Beziehung, bestimmen die Qualität dieser schwulen oder lesbischen Partnerschaft.

Auf seelische und körperliche Distanz zu gehen und damit intime Situationen zu meiden oder ganz einschlafen zu lassen, passiert auch bei homosexuellen Paaren. Immer wenn ein neuer Beziehungspartner auftaucht, mit dem Sex endlich wieder Spaß macht, übt sich der betroffene Partner meist in Rückzug. Erfindungsreich wird die intime Begegnung vermieden und das schlechte Gewissen ist vorprogrammiert.

Je länger und konstanter die schwule oder lesbische Beziehung vorher war, desto eher wird nun um sie gekämpft und therapeutisch Hilfe angefragt. Treue wird bei älteren homosexuellen Paaren sehr groß geschrieben.

Zunehmend gibt es gleichgeschlechtliche Paare mit Kinderwunsch. Ähnlich wie bei Heteropaaren ist man sich häufig gar nicht so einig, wann nun der beste Zeitpunkt für ein Baby ist. Das kann zu Konflikten führen. Lesen Sie dazu bei Interesse meinen Blog.  Auch zum Thema einer möglichen Heirat muß manchmal therapeutisch geklärt und moderiert werden.

Sexuelle Probleme ergeben sich bei lesbischen oder schwulen Paaren genau wie bei Hetero-Paaren. Beziehungskonflikte werden auch hier weiter im Bett ausgetragen.

Regenbogenfamilien leiden unter genau den gleichen Problemen wie die Normfamilie. Andererseits ist inzwischen wissenschaftlich nachgewiesen, dass homosexuelle Eltern ganz besonders nachhaltig und fürsorglich für ihren Nachwuchs sorgen.

Eine mögliche HIV-Infektion und Aidserkrankung ist immer noch eine der eingreifendsten Zäsuren bei schwulen Beziehungen. Hier werde ich zum Glück immer seltener therapeutisch angefragt.

Ursachen sexueller Probleme

Wir haben über unser Elternhaus bereits in der Kindheit Tabus oder auch Offenheit zum Thema Sexualität erfahren. Unterschiedlich erlernte Sexualnormen der Partner können den Spaß im Bett allerdings erheblich verderben. Der eine mag es dauernd, der andere nur dosiert! Aber auch individuelle Bindungsängste können die Lust erheblich verändern. Und natürlich spielt alltäglicher Stress im Beruf und Karrierewillen eine dominante und oft lustfeindliche Rolle für beide Geschlechter.

Es sind meist lebenszyklische Krisen, oft verbunden mit hormonellen Beeinträchtigungen, die Krisenpotential bilden. Das kann eine schwere Krankheit, eine Operation oder eine schwierige Schwangerschaft und Geburt sein. Besonders schlimm trifft es Paare, die ein Kind verlieren. All dies geht nicht spurlos an den Menschen vorbei…

Sexuelle Funktionsstörungen

„Enttäuschung ist das Ergebnis falscher Erwartungen.“

Andreas Tänzer

Am Anfang jeder self fullfilling prophecy, also einer selbsterfüllenden Prophezeiung, steht die Erwartung. Ein “perfekter” Liebhaber sieht sich immer in der aktiven Rolle. Er kann sich daher nur schwer auf entspanntes und auch mal passives Verhalten einlassen. Er muß die Regie behalten. Auch im Bett! Dieser Mann fällt bei plötzlichen Erektionsstörungen aus heiterem Himmel.

Versagensängste ziehen sich als typisch männliches Problem, inzwischen aber auch durch weibliche Lebensgeschichten. Der schnelle Griff zur Potenzhilfe oder zu suspekten Orgasmusmittelchen, ist nicht unbedingt immer hilfreich. Wenn „er nicht mehr steht“, oder „sie“ Schwierigkeiten hat beim Orgasmus, sondieren Betroffene eher selten in ihrer emotional-sozialen Entwicklung als Frau oder Mann. Mögliche berufliche oder ständige private Überforderungen werden ebenfalls hier meist übersehen. .

Erstmal wird das Ganze rein technisch- zumindest ist das ein männliches Prinzip – als Ausfall betrachtet. Leidet der betroffene Mann jedoch an einer länger andauernden „Standfestigkeit“, ist der Gang zum Urologen wichtig, um organische Ursachen auszuschliessen. Mehr dazu im Blog: Sexuelle Erlebnisstörungen beim Mann.

In der Sexualtherapie mit diesem Partner, kann sich dann auch vielleicht herausstellen, dass der Klient oder die Klientin, in einem sprachlosen und lieblosen Beziehungskontext leben. Erektion ohne zärtliche Begleitgefühle “kann allerdings auch sehr weh tun” und zwar nicht nur körperlich. Und keine Orgasmusgefühle zu haben, tut seelisch ebenfalls weh und kann zur Paarkrise führen, aber auch eine überdurchschnittlich ausgeprägte Libido. Mehr dazu im Blog zu Nymphomanie und  sexuelle Probleme der Frau wie Unlust oder Vaginismus

Wirkungen von sexuellen Problemen auf die Partnerschaft.

Ein Mann, der bisher von sich glaubte, ein guter Liebhaber zu sein, erleidet durch physiologisch und medizinisch nicht begründbare Erektionsschwierigkeiten eine empfindliche (narzistische) Kränkung. Je zwanghafter, d.h. kontrollierter, der Betroffene mit dem Thema umgeht, desto besorgter wird seine Selbstbeobachtung. Minderwertigkeitsgefühle können sich einstellen.

Nicht selten zeigt sich das in einer feindseligen und fordernden Haltung gegenüber der Partnerin. Befürchtungen und Ängste werden ungünstigstenfalls entlastend auf die Partnerin projiziert.

Es ist dann durchaus möglich, dass die Partnerin sich schuldig und damit überfordert fühlt.

Sie kann SEIN Problem nicht so einfach aus der Welt schaffen. Es ist ja mehr in seinem, als in ihrem Kopf. All das sind wichtige Themen, die in einer Sexualtherapie klärend zur Sprache kommen.

Unlust und Asexualität

Menschen, die asexuell fühlen, empfinden wenig bis keinerlei Freude daran, sexuell aktiv zu werden. Sie fühlen sich nicht zu irgendjemand anderem körperlich hingezogen. Aktuell gibt es jedoch keine klare wissenschaftliche Definition, nur diese : Asexuell ist im Prinzip jemand, der sich selbst so sieht!

Zu hohe Erwartungen an den eigenen sexuellen Erfolg können große Angst auslösen, so dass nicht selten beide Partner beginnen, das Versagenserlebnis und damit den Sex miteinander zu vermeiden. Manchmal über etliche Wochen, Monate und sogar jahrelang.

Dieser Zustand kann als “eingeübte Unlust“ bezeichnet werden. Dies sind auch Klienten,  die in einer Sexualtherapie sagen: „Ich habe Angst vor Sex.“

Das Thema der Unlust kann vom Mann ausgelöst werden. Die Frau kann sich jedoch hierfür total verantwortlich fühlen. Umgekehrt kann ursächlich die Unlust von Paaren auch bei der Partnerin und deren Rückzug und Anspannung liegen.

Und natürlich gibt es Paare, die sich beim Thema der gemeinsamen Unlust. einig sind. Sie lassen therapeutisch ausschliesslich nur daran rühren, wenn ein Kinderwunsch aufkommt. Ansonsten leben solche Paare gerne und zufrieden mit ihrer Asexualität.

Schmuse-Missverständnisse

Die Technologiegläubigkeit unserer Informationsgesellschaft schaut vor allem auf Funktionen.

Sie macht auch vor dem Thema Sexualität und körperlicher Liebe nicht halt. Mann oder Frau wollen, dass es funktioniert. Sie gehen aber Beide auf unterschiedlichen Wegen und sollten sich irgendwann treffen!

Zärtliches, ausgiebiges Berühren und nur Schmusen und die Nähe des Anderen zu genießen : dies ist wohl eher dem weiblichen Geschlecht zuzuordnen. Und so sind es auch eher Frauen, die beklagen, dass es nicht einfach nur einmal abendliches Schmusen gibt, sondern es immer nur sofort auf Sex hinauslaufe.

Sexualtherpie

„Er will immer nur Sex!“, heisst es dann. Ist also Schmusen für Männer eine Aufforderung zum Sex ? Für Frauen fühlt sich das häufig so an.

In der Sexualtherapie erlebt ein Paar mit einem derartigen „Schmuse-Missverständnis“ ein eher (übungsweise ) „technisches“ Schmusen auf ganz bestimmtem Niveau, das den Verkehr jedoch zunächst ausschliesst.

Die aufeinander aufbauenden Übungen zu Hause bilden dann quasi eine Art Kontrastprogramm. Sie werden in den Sitzungen der Sexualtherapie besprochen und ausgewertet. Tatsächlich kann man(n) es lernen, dass Schmusen nicht immer im Akt enden muss.

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